Europameisterschaften 2026 in Sheffield – Eine Medaille des Herzens für die Schweiz

 

Auch ohne Edelmetall kehrt die Schweiz aus Sheffield mit wertvollen Erkenntnissen, Leistungen auf höchstem Niveau und einem vielversprechenden Ausblick auf die Zukunft zurück. Getragen von einer talentierten und kämpferischen Generation setzte die Schweizer Delegation bei den Europameisterschaften 2026 deutliche Akzente, mit Blick auf ein historisches Heimereignis in einem Jahr.

 

Sonntag, 18. Januar 2026, Sheffield (GBR) – Zwar bleibt die Schweizer Delegation bei diesen Europameisterschaften ohne Medaille, doch der Blick auf das Resultat allein greift zu kurz. Die sportlichen Leistungen des Teams erzählen eine andere Geschichte: Mit acht gestarteten Athletinnen und Athleten präsentierte sich die Schweiz kämpferisch, geschlossen und zukunftsorientiert Leistungen, die einer Medaille des Herzens gleichkommen.

 

Im Mittelpunkt des Interesses stand erwartungsgemäss Lukas Britschgi. Ein Jahr nach seinem eindrucksvollen Europameistertitel verfehlte der amtierende Titelträger eine weitere Spitzenplatzierung nur knapp. Mit Rang vier im Schlussklassement fehlte ihm lediglich ein Wimpernschlag zu seiner dritten EM-Medaille nach Bronze 2023 und Gold 2025. In seiner bereits beachtlichen Sammlung fehlt damit einzig noch die Silbermedaille. Bei den letzten vier Austragungen der Europameisterschaften klassierte sich Lukas Britschgi jeweils unter den besten fünf und bestätigte damit seine Position an der europäischen Spitze. Eine Beständigkeit und Leistungsstärke, die höchste Anerkennung verdient.

 

Grosse Aufmerksamkeit galt auch dem Wettkampfcomeback von Kimmy Repond. Nach einer schweren Verletzung, die den ersten Teil ihrer Saison zunichtegemacht hatte, bestritt die Bronzemedaillengewinnerin der Europameisterschaften 2023 in Sheffield ihren ersten Wettkampf seit den Weltmeisterschaften in Boston im März 2025. Trotz einer erst kürzlich wieder vollständig aufgenommenen Trainingsarbeit überzeugte sie mit einem starken siebten Rang und unterstrich damit einmal mehr ihr grosses Potenzial sowie ihre bemerkenswerte mentale Stärke.

 

Für eine erfreuliche und in dieser Deutlichkeit noch nicht erwartete Überraschung sorgte das Paar Oxana Vouillmoz / Tom Bouvart. Bei erst ihrer zweiten Teilnahme an Europameisterschaften erreichten sie einen hervorragenden fünften Platz. Ein Schweizer Paar war auf europäischer Ebene seit rund fünfzig Jahren nicht mehr so weit vorne klassiert. Die Ausführungsqualität zahlreicher Programmelemente bewegte sich zeitweise auf absolutem Spitzenniveau. Dieses Ergebnis stellt einen Meilenstein für das Schweizer Paarlaufen dar und eröffnet dieser Disziplin vielversprechende Perspektiven für die kommenden Jahre.

 

Im Damenwettbewerb verdient zudem der unbeirrbare Einsatz von Livia Kaiser besondere Anerkennung. Nur ein Jahr nach ihrem schweren Trainingsunfall, der sich kurz vor den Europameisterschaften 2025 in Tallinn ereignet hatte, gelingt ihr schrittweise die Rückkehr in die internationale Spitze. Trotz anhaltender Nachwirkungen, die ihre Vorbereitung im Herbst erschwerten, belegte sie bei diesen Europameisterschaften 2026 den 17. Rang. Grundlage dafür war ein Kurzprogramm von hoher Qualität, mit dem sie zeitweise auf Rang neun lag, unter anderem dank der besten Kombination aus zwei dreifachen Sprüngen im gesamten Damenfeld.

 

Bei den Männern sammelte der noch im Juniorenalter stehende Ean Weiler bei seinen ersten Europameisterschaften wertvolle Erfahrungen. Nach der Qualifikation für das Finale belegte er Rang 21, ein ermutigendes Ergebnis mit Blick auf seine weitere Entwicklung. Ebenfalls auf Rang 21 klassierten sich Gina Zehnder und Beda Leon Sieber im Eistanz. Bei ihrer zweiten EM-Teilnahme verpasste das Schweizer Duo den Finaleinzug der besten 20 mit lediglich 0,12 Punkten Rückstand denkbar knapp. Die gezeigte Leistung bestätigt jedoch, dass das Erreichen des Finales für dieses frisch aus dem Juniorenbereich aufgestiegene Paar in naher Zukunft realistisch ist.

 

Insgesamt schliesst sich in Sheffield der Vorhang mit einem durchwegs positiven Gesamtbild. Darüber hinaus ermöglichen diese Resultate der Schweiz ein Rekordkontingent für die Europameisterschaften 2027: Zehn Startplätze stehen zur Verfügung, je zwei bei den Frauen und Männern, zwei Paarlauf-Teams sowie ein Eistanzduo. Diese kontinentalen Titelkämpfe werden eine besondere Bedeutung haben, da sie vom 27. bis 31. Januar 2027 in Lausanne in der Schweiz ausgetragen werden. Nach den überzeugenden Auftritten in Sheffield richtet der Schweizer Eiskunstlauf den Blick mit Zuversicht und Vorfreude auf die kommenden Aufgaben.

 

Swiss Ice Skating gratuliert allen Athletinnen und Athleten, ihren Trainerinnen und Trainern sowie sämtlichen Offiziellen und Mitgliedern des Betreuerstabs herzlich zu ihren Leistungen und freut sich darauf, Europa in einem Jahr zu Hause zu einem Grossereignis begrüssen zu dürfen, getragen von einem Schweizer Team, das bereit ist, ein neues Kapitel seiner Geschichte zu schreiben.

 

Alle Resultate der Europameisterschaften 2026 im Eiskunstlauf (13.–18. Januar 2026, Sheffield GBR):
https://www.isuresults.com/results/season2526/ec2026/