Verband feiert 100 Jahre Eiskunstlauf-SM

Swiss Ice Skating feiert am 7./8. Dezember 2019 das 100-jährige Jubiläum der Schweizer Eiskunstlauf-Meisterschaften. Auf dem Eis der Tissot-Arena in Biel peilen Alexia Paganini und Lukas Britschgi die Titelverteidigung in der Elite-Kategorie an. Zu sehen sind sämtliche Kunstlauf-Disziplinen von Swiss Ice Skating.

 

1919 wurden in St. Moritz die ersten Schweizer Meisterschaften im Eiskunstlauf ausgetragen – damals ein reiner Männer-Wettkampf. Hundert Jahre später lädt Swiss Ice Skating in Zusammenarbeit mit dem SC Biel zu den Schweizer Meisterschaften ein. Inzwischen werden die Titel nicht nur bei den Männern, sondern auch bei den Frauen, im Eistanz und im Paarlauf vergeben. Im Rahmen der SM findet zudem ein Synchronized Skating Swiss Cup statt, an dem die aktuell besten Schweizer Teams ihre Kürprogramme präsentieren werden.

 

Alexia Paganini peilt Triple an

 

Bei den Damen führt kein Weg an Alexia Paganini vorbei. Die 18-jährige Läuferin des Winterthurer SC, die in den USA lebt und trainiert, holte sich die letzten beiden Schweizer Meistertitel und strebt nun das Triple an. Auf diese Saison hin hat sich Alexia Paganini mit Misha Ge und David Wilson zwei neue Choreografen an Bord geholt. Zusätzlich hat die zweifache Schweizer Meisterin in ihrer Trainingsroutine ein paar Dinge angepasst: «Wir haben vor allem das Training neben dem Eis spezifischer und detaillierter ausgerichtet», erzählt sie, «davon profitiere ich vor allem in Kraft und Kondition.» Ihr persönliches Ziel sei es gewesen, die Schwierigkeit ihrer Sprünge sowie die Konstanz in ihren Programmen zu erhöhen.

 

Drei Wettkämpfe hat Paganini in dieser Saison bereits bestritten – davon zwei Grands Prix’, an denen eine Läuferin nur per Einladung teilnehmen kann. Innerhalb der drei Wochen zwischen dem GP Skate Canada und dem Grand Prix in Moskau konnte sich Alexia Paganini um 13.49 Punkte verbessern und ihre Punktzahl auf die Saisonbestleistung von 179.69 hinaufschrauben. «Es war für mich eine grosse Ehre, an diesen beiden Grands Prix’ teilzunehmen», sagt Alexia Paganini, die als nächstes den dritten Schweizer Meistertitel in Folge holen möchte.

 

Hinter Paganini haben einige Athletinnen eine Chance auf den zweiten EM-Startplatz. In starker Form befindet sich derzeit Anaïs Coraducci (CP Yverdon). Die 16-Jährige sorgte im Oktober in Zagreb mit 156.81 Punkten für ihre persönliche Bestleistung in einem Senioren-Wettkampf. Sollte sie sich allerdings für die YOG 2020 in Lausanne qualifizieren, wird sie gemäss dem Selektionskonzept von Swiss Ice Skating nicht an den Europameisterschaften teilnehmen können, die nur eine Woche später stattfinden. Die letztjährige SM-Zweite Yasmine Yamada (EC Zürich) dürfte ebenso vorne mitmischen wie Shaline Rüegger (EC Küsnacht). Yoonmi Lehmann, die 2019 SM-Bronze gewann, pausiert wegen ihres Studiums in dieser Saison.

 

Britschgi nach Verletzung wieder zurück

 

Titelverteidiger Lukas Britschgi (ES Frauenfeld) gehört zum Favoritenkreis bei den Herren. Der 21-jährige Schaffhauser hatte vor der Saison mit einer Verletzung am Sprunggelenk zu kämpfen, die ihm eine sechswöchige Trainingspause aufzwang. Allen Widrigkeiten zum Trotz stand er im Oktober bei seinem ersten Saisonwettkampf in Zagreb/CRO bereits als Drittplatzierter auf dem Podest. Zuletzt erreichte er 189.49 Punkte beim Challenger-Wettkampf in Warschau/POL.

 

 «Mein Ziel ist ganz klar die Titelverteidigung», so Lukas Britschgi, der sich in Oberstdorf auf die Titelkämpfe vorbereitet. «Ich bin glücklich, dass ich nach der Verletzungspause schnell wieder Wettkämpfe bestreiten konnte. Allerdings verliefen diese noch nicht alle wunschgemäss und ich konnte die Bestleistungen aus der letzten Saison noch nicht überbieten. Das will ich an den Schweizer Meisterschaften nachholen.»

 

Zu den Favoriten gehören auch Nicola Todeschini und der letztjährige SM-Dritte Tomas Guarino Sabaté (beide CP La Chaux-de-Fonds) sowie Nurullah Sahaka (EC Küsnacht), die alle drei im bisherigen Saisonverlauf einen internationalen Podestplatz vorzuweisen haben. Der letztjährige SM-Zweite Nurullah Sahaka gewann Ende Oktober den Tirnavia Cup in der Slowakei und erzielte wenig später in der Challenger Serie in Warschau mit 174.71 Punkten seine Saisonbestleistung. Nicola Todeschini erreichte Anfang November einen 3. Platz am Prag Ice Cup.

 

Konkurrenzlos zum Titel im Paarlauf - Eistanz im Hoch 

 

Wie bereits im Vorjahr werden die Schweizer Meister im Paarlauf, Alexandra Herbrikova und Nicolas Roulet (CP Neuchâtel) konkurrenzlos laufen.

 

Dagegen erfreut sich die Disziplin Eistanz bei Swiss Ice Skating immer grösserer Beliebtheit. Obwohl bei der Elite derzeit nur zwei Paare um den Schweizer Meistertitel laufen, sind auf Junioren-Stufe bereits vier weitere Duos gemeldet. Insgesamt neun Eistanz-Paare treten an den Schweizer Meisterschaften in Biel an. Den Elite-Titel unter sich ausmachen werden Titelverteidiger Victoria Manni/Carlo Röthlisberger (Biasca) und Arianna Wroblewska/Stéphane Walker (Zürich-Oerlikon/Sion), die ihre zweite gemeinsame Wettkampfsaison bestreiten.

 

Plattform für Synchronized Skating

 

Im Rahmen des Swiss Cup kommen die Zuschauer am Samstag in den Genuss von Vorführungen im Synchronized Skating. Zum 100-jährigen Jubiläum will der Verband alle seine Kunstlauf-Disziplinen an den Schweizer Meisterschaften präsentieren und damit auch mehr Zuschauer ansprechen. Zum einen wird mit einem SM-Auftritt die Sichtbarkeit der Disziplin erhöht, zum anderen erlaubt der Verband den SYS-Teams, ihre Programme wettkampfmässig zu testen.