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Kunstlauf - Allgemeine Termine

Olympiasaison 2017-2018, Präsident Swiss Ice Skating im Interview

Thomas Häni 2Präsident Swiss Ice Skating im Interview

Blick auf die Olympiasaison 2017-2018


 

 

Thomas Häni 2

Thomas Häni, alle 4 Jahre - im Jahr der Olympischen Spiele - sehen Athleten, Trainer und Verbände der Saison mit besonderer Spannung entgegen. Wie sieht es bei Swiss Ice Skating aus? Wie ist der Verband aufgestellt im Wettkampf um die Quotenplätze für die Spiele in Südkorea?

Ja, die angelaufene Saison ist eine besondere, sind doch die Olympischen Winterspiele ein ganz spezielles Ereignis. Jeder Wintersportverband und auch Swiss Olympic ist sehr intensiv mit diesem Projekt beschäftigt.

An der diesjährigen Eiskunstlauf WM in Helsinki konnte man sehen, dass alle Nationen und Athleten sich voll und ganz auf das Ziel Olympische Winterspiele in Südkorea vorbereiten. Auch wir hatten uns Hoffnungen gemacht, an dieser WM bereits einen oder zwei Quotenplätze zu holen. Leider hat es nicht gereicht, weshalb wir nun auf den Qualifikationswettkampf Ende September zählen müssen.

Dort werden sich rund 14 Nationen um die 6 verbliebenen Quotenplätze bewerben.

Unser Ziel ist, in den Einzeldisziplinen (Herren, Damen) einen Quotenplatz zu holen. 
Bei den Paarläufern und im Eistanzen haben wir 2 Paare in Oberstdorf am Start, erwarten dort aber nicht den Quotenplatz zu erreichen. 



Im Eisschnelllaufen werden die Startplätze im Laufe der Saison im Rahmen der ersten vier Weltcups vergeben.


Im Short Track haben wir zur Zeit keine Athleten, weshalb wir auf die Qualifikation verzichten.  

Um die letzten zu vergebenden Quotenplätze im Eiskunstlauf werden im September auch 2 Schweizer laufen. Bei den Herren wird der Schweizer Meister Stéphane Walker (Sion) die Schweiz in Oberstdorf vertreten, bei den Damen zeigt sich mit Alexia Paganini (Winterthur) ein neues Gesicht den internationalen Preisrichtern. Ein bislang unbekanntes Gesicht, auch in der Schweizer Eislaufszene - wie hat man zueinander gefunden?

Es freut mich sehr, dass bei den Herren Stéphane Walker anlässlich des Kadervorlaufens in Flims vom 12. August für den Wettkampf in Oberstdorf selektioniert wurde. Damit schicken wir den zurzeit wohl bekanntesten und auch in den letzten Jahren erfolgreichsten Läufer an den Start.

Alexia Paganini

Bei den Damen hat sich mit Alexia Paganini eine in der Schweiz noch unbekannte Läuferin für Oberstdorf qualifiziert. (Foto©Albert René Kolb)

Alexia ist eine junge Schweizerin, welche in den USA geboren und aufgewachsen ist. Deshalb besitzt sie sowohl den US, als auch den Schweizer Pass. 
Der Kontakt ergab sich mehr aus Zufall, anlässlich der Weltmeisterschaften vom April in Helsinki.

Ich wurde von einer Kontaktperson darauf aufmerksam gemacht, dass es eine junge Schweizerin in den USA gibt, die Interesse hätte, in Zukunft für die Schweiz zu starten. Natürlich war diese Motivation auch dadurch gegeben,  dass olympische Winterspiele anstehen.

Solche Anfragen sind nicht unüblich und die meisten lehne ich ab, vor allem weil sich oft herausstellt, dass die Läuferinnen keinen Schweizer Pass haben.

Bei Alexia war die Situation anders. Sie besitzt den Schweizer Pass und damit das volle Recht, für die Schweiz zu starten.

Wie der Zufall es wollte, hatte ich auch bereits meine Reise an die Weltmeisterschaften im Synchronized Skating in Colorado Springs gebucht - mit einem Zwischenstopp in New York für einen Kurzbesuch im Big Apple. Da Alexia in New Jersey zu Hause ist und dort trainiert, konnte ich die Gelegenheit nutzen, sie auch persönlich im Training zu beobachten und mit den Eltern zu sprechen.

Dort wurde mir glaubhaft aufgezeigt, dass Alexia sich freuen würde, ihre weitere Karriere für Swiss Ice Skating zu betreiben.

Um auch ihre eisläuferischen Fähigkeiten zu beurteilen, habe ich mich von fachkundigen Mitgliedern im Verband (Preisrichter, TC, TS und Trainer) beraten lassen.
Nach Absprache und Beschluss des Vorstandes habe ich mich dann mit dem US Verband in Verbindung gesetzt und um das Release gebeten.

Mit welchen Chancen gehen die beiden an die Nebelhorn Trophy und was passiert, wenn der SEV erneut keine Athleten im Bereich Eiskunstlauf an die Olympischen Spiele entsenden kann?

StephaneWalker

Stéphane war sehr nahe an der Qualifikation. Dafür hätte er an der WM in Helsinki in den Kürfinal einziehen müssen. Das verpasste er leider knapp. (Foto©Albert René Kolb)

Ich bin überzeugt, dass wenn er seine Bestleistung abrufen kann, er gute Chancen hat, den Quotenplatz für die Schweiz bei den Herren zu holen.

Bei den Damen ist es etwas ungewiss. Die Resultate an EM, JWM und WM 2017 haben gezeigt, dass die gestarteten Läuferinnen noch nicht in der Nähe derjenigen Athletinnen und Nationen sind, welche sich für die OWS bereits qualifiziert haben. 


An der WM in Helsinki holte die Läuferin aus Litauen mit dem 22. Rang noch den letzten Quotenplatz. Diesen erreichte sie mit einem Total von 155.02 Punkten.

Es wird erwartet, dass es für einen Quotenplatz in Oberstdorf ein Total von mindestens 145 Punkten brauchen wird.

Die Höchste Punktzahl, die letzte Saison eine Schweizerin an einem vergleichbaren, von der ISU dokumentierten Wettkampf (EM, JWM, WM, Grand Prix, JGP, Challenger Serie) gefahren wurde, war 124.84 Punkte.

Mit Alexia Paganini haben wir eine neue Läuferin, welche ihre erste Saison bei den Senioren läuft und bisher noch nicht für die Schweiz gestartet ist. Sie hat aber bereits als Juniorin ihr Potential gezeigt.

Beim Vorlaufen in Flims hat sie gezeigt, dass sie ihre Sprünge weiter entwickelt hat. 
Sie hat sowohl im Kurzprogramm, als auch in der Kür die 3fach Lutz/3fach Jerry – Kombination im Programm und auch alle anderen 3fach Sprünge im Repertoire. Die Zielmarke von 150 Punkte kann sie daher erreichen (bei den Junioren hat sie bereits einmal 149.87 Punkte erreicht).
Der Druck wird bei ihr hoch sein. Es wird ihr erster großer Auftritt für die Schweiz sein und die Erwartungen sind hoch. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir auch bei den Damen eine sehr große Chance haben, den Quotenplatz zu holen.

Die Selektion der Athleten für die Olympischen Winterspiele erfolgt nicht durch Swiss Ice Skating, sondern durch Swiss Olympic.

LogoD.h., dass selbst wenn wir die Quotenplätze holen, es noch keine Garantie gibt, dass SEV-Athletinnen oder Athleten selektioniert werden.

Die Selektionskriterien von Swiss Olympic sind jedoch sehr fair und wir denken nicht, dass uns bei Erreichen des Quotenplatzes die Selektion verweigert wird.

Welcher Athlet es dann sein wird, entscheidet sich in einem separaten Auswahlverfahren nach Oberstdorf.

Wir wollen, wie bei jeder anderen Meisterschaft, die jeweils im Moment der Anmeldung am besten vorbereiteten Athleten selektionieren.Danach haben wir auch die Selektionskriterien ausgerichtet (http://www.swissiceskating.ch/images/Leistungssport/Selektionskriterien%20internationale%20Wettkmpfe%202017-2018%20Kunstlauf.pdf)

Sollte es wider Erwarten nicht für einen Quotenplatz im Eiskunstlaufen reichen, dann hat Swiss Ice Skating eine schwierige Zeit vor sich.

Wir werden bis April 2018 die neue Einstufung durch Swiss Olympic kriegen.

Dabei hoffen wir auf den Punkt, den wir für die Teilnahme einer unserer Athleten kriegen. 

Diesen Punkt brauchen wir, um das Minimalziel der Stufe 3 zu erreichen. Diese Einstufung ist die tiefste Stufe, welche bei Swiss Olympic noch Mittel in größerem Ausmaß auslöst.

Fallen wir in die Stufe 4 (wo z.B. das Eisschnelllaufen eingestuft ist), dann verlieren wir viel Geld und werden das für die nächsten 4 Jahre nicht kompensieren können.

Das würde bedeuten, dass wir unsere Projekte und Unterstützungen überdenken müssten. 


Sportlich wäre es weniger schlimm. Wir haben sehr junge AthletInnen im Kader, welche ihren sportlichen Höhepunkt noch nicht erreicht haben. Gerade bei den Junioren (Damen und Herren) reifen einige Talente heran, die für die Jahre 18-22 (und länger) hoffen lassen. 


Auch die strategische Ausrichtung und Arbeit im Verband, die das Ziel hat, gezielte Förderungen und Forderungen an die Leistungszentren zu stellen wird uns helfen, in Zukunft wieder Athleten an die Weltspitze heranzuführen.

Leider sind die Strukturen und Rahmenbedingungen in der Schweiz nicht ganz so, wie wir uns es wünschen würden. Dennoch glaube ich an die Zukunft unseres Sports und freue mich 

auf tolle und erfolgreiche Leistungen unserer Athleten.

Wie steht es um die Chancen für die Eisschnellläufer und im Short Track und wann werden dort die Quotenplätze vergeben?

Wie erwähnt werden wir im Short Track keine Athleten für die OWS 2018 ins Rennen schicken. Wir haben jedoch ein neues Projekt in Lausanne am Laufen, welches zum Ziel hat, AthletInnen im Short Track für die YOG 2020 auszubilden und diese dann auch für die OWS 2022 und 2026 zu fördern.

Im Schnelllaufen werden die Quotenplätze jeweils in der laufenden Saison an den ersten 4 Weltcups vergeben.

Livio Wenger Portrait

Mit Livio Wenger haben wir einen Athleten, der in der letzten Saison gezeigt hat, dass er in der Weltspitze mithalten kann.

Er hat die größten Chancen, sich für die OWS zu qualifizieren (v.a. für den Massenstart).
Foto©Jürg Kaufmann

Mit Oliver Grob, Christian Oberbichler und Ramona Härdi sind drei weitere Athleten im Qualifikationsprogramm von Swiss Ice Skating. 


Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass es auch im Schnelllaufen zu einem oder mehreren Startplätzen in Südkorea reicht.

Dies wird bis spätesten 10. Dezember nach dem WC in Salt Lake City bekannt sein.   

Olympia ist der Höhepunkt der Saison - darüber hinaus messen sich aber Athleten aller Disziplinen an Schweizer Meisterschaften, präsentieren sich an internationalen Wettkämpfen und Meisterschaften. Wie sehen Sie die Entwicklung in den einzelnen Disziplinen in der kommenden Saison?

Bei den Junioren ist eine talentierte Generation am Kommen.

Für den Junioren Grand Prix konnten sich in Flims Polina Ustinkova und Noemi Bodenstein qualifizieren. Sie zeigten bereits technisch schwierige Programme und sollten sie diese auch in der Saison an den Wettkämpfen zeigen, werden sie gute Resultate erzielen.

Auch die anderen Nationalmannschaftsläuferinnen und Läufer haben Fortschritte gemacht und ich bin überzeugt, dass sie alle ihre persönlichen Bestwerte steigern werden. 


Da unsere Selektionskonzepte für EM, JWM und WM sehr offen sind, haben noch alle Läuferinnen und Läufer die Chance, sich für diese Wettbewerbe zu qualifizieren. Das hält den sportlichen Wettbewerb spannend und vor allem soll es die LäuferInnen anspornen, sich täglich weiterzuentwickeln.

Im Paarlaufen hoffen wir, dass wir neben dem Paar Alexandra Herbrikova/ Nicolas Roulet auch wieder Ioulia Chtchetinina  mit einem neuen Partner an den Start schicken können. Die Gespräche mit dem Verband des Partners laufen. 


Im Eistanzen sind wir gespannt auf die Auftritte von Victoria Manni und Carlo Röthlisberger bei den Senioren und Cindy-Lilli Zimmerli mit ihrem Partner Volodymir Nakisko bei den Junioren. 


Sowohl im Paarlaufen, als auch im Eistanzen ist das Ziel, näher an die Weltelite heranzukommen und bei der EM den Kürfinal zu erreichen.

Im Synchronized Skating wird es leider kein Elite-Senioren-Team geben. Diese Entwicklung war abzusehen, ist für uns jedoch nicht zufriedenstellend.

Die Arbeit der Kommission SYS und der Clubs, welche sich für das SYS einsetzen wird leider nicht gebührend belohnt. Es ist in der Schweiz immer noch nicht angekommen, dass Synchronized Skating, genauso wie die anderen Disziplinen im Kunstlaufen, als Elitesport betrieben werden kann. Zu wenige junge Einzelläuferinnen wählen den Wechsel in diese spannende und attraktive Disziplin.

Daran wird der Verband in den nächsten Jahren arbeiten und den Fokus auch darauf legen. Nicht zuletzt deshalb, weil es sich die ISU zum Ziel gesetzt hat, Synchronized Skating an die OWS 2022 in Peking zu bringen.


Wir werden deshalb für diese Saison alles auf die Junioren setzen. Der Plan ist, ein Team zu haben, das die nächsten 2 Saisons mit dem Ziel in Angriff nimmt, an den heimischen Junioren Weltmeisterschaften 2019 in Neuchâtel einen guten Rang zu erreichen.

Im Eisschnelllaufen werden wir, neben den 4 erwähnten Athleten in der Qualifikation für die OWS, auch Junioren und SeniorenläuferInnen an internationale Wettkämpfe schicken, mit dem Ziel, dass sie die Limiten für den Junioren Weltcup, den Weltcup und die Qualifikation für EM, WM und JWM erreichen können. 


Besonders gespannt bin ich auf die Schweizermeisterschaften Speed in St. Moritz.

Im Rahmen der Vorbereitungen zur YOG 2020 und unter der Leitung und Initiative von Thomas Grob, dem Chef der Kommission Speed im SEV, wurde erreicht, dass wir auf dem Natureis des St Moritzer-Sees die Schweizermeisterschaften durchführen können.

Diese ‘Back to the Roots’ -Initiative wird auch von der ISU begrüßt und könnte der Beginn einer neuen Ära im Schweizer Eisschnelllaufen sein. Nach dem Entschluss von Davos, die Natureisbahn für immer zu schließen, ein Silberstreifen am Horizont für diese faszinierende Sportart.

Im Short Track werden wir versuchen die Athleten, welche in Lausanne ausgebildet werden, näher an die Limiten zu bringen, die es braucht, um an ISU Wettkämpfen teilzunehmen.

Auch findet im November in Davos ein ISU StarClass Event statt. Das erlaubt es uns, Short Track auf höchstem Niveau dem Schweizer Publikum zu zeigen.

 

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